Dienstag, 4. September 2012

Thou shalt not kill

Gestern hab ich ja diese furchtbare Reportage angeschaut, die ich im vorigen Post "empfohlen" hatte. Ich hätte fast schon nach kaum 10 Minuten ausgeschaltet und konnte oft nicht hinschauen, obwohl dort ja zunächst "nur" Bilder von schlechter Haltung gezeigt wurden, noch nicht einmal Schlachthaus-Grauen. Gegen Ende dann das Finale mit den Küken auf dem Fließband, da ging bei mir dann aber wirklich gar nichts mehr. Heulend griff ich zur Fernbedienung, um mir die letzten Sekunden/Minuten des Films zu ersparen. Und in der Stimmung dann ins Bett... :-/

Wie geht es Euch während/nach so einer Sendung?
Seit ich Vegetarier wurde, habe ich mich bewußt solchen Filmen entzogen, da ich im Irrglauben lebte, ich stünde mit dem Verzicht auf Fleisch bereits sicher auf der richtigen Seite. Was ja aber leider nicht der Fall ist.

Um mich selbst auf meinem veganen Weg zu bestärken und nicht in Versuchung zu kommen, wieder "einzuschlafen", tut es mir ganz "gut", wenn ich mich ab und an, zumindest ein wenig, mit dem konfrontiere, was jeder Fleischesser lieber aus seinem Gewissen wegdrückt. Allerdings wirklich nur wenig, denn ich komme seelisch schlecht damit zurecht und könnte daher auch niemals Aktivist werden.

Sicher kennen viele das Buch von Nina Messinger "Du sollst nicht töten". Ich finde es gut, es rüttelt jeden, der noch schläft oder sich im Stadium der Selbstzufriedenheit befindet, gehörig auf. Ich mußte es zeitweilig zwar weglegen, da ich es nicht mehr aushalten konnte, aber ich habe mich dann doch noch tapfer durchgebissen.






Nun was Erbauliches: In meinem alles-vegetarisch-Paket befand sich unter anderem eine Backmischung von Bauck Hof: "Obstkuchen Teig". Habe heute mit der Hälfte davon einen Himbeerkuchen gebacken (mit "no egg" als Eiersatz). Dazu Schlagsahne (CreSoy mit Sahnesteif, wurde aber nicht wirklich steif). Geschmeckt hat es prima.

Liebe Grüße
Iris

Kommentare:

  1. Kann mir solche Dokumentationen auch immer nur schlecht ansehen, reg mich dann tierisch auf, werd wütend und traurig und versteh die Welt nicht mehr... :(

    Kann dich daher echt gut verstehen!

    Der Kuchen sieht sehr lecker aus. :)
    Bei mir ist grad innerhalb von ein paar Wocehn der dritte Apfel-Crumble im Ofen... ;P Hmm steh total drauf...^^

    Liebe Grüße

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    1. Liebe Fryda,
      ja, ich versteh vor allem nicht, warum nach so einer Sendung (diese war ja allerdings im Vergleich zu anderen echt noch total "harmlos"), nicht von heute auf morgen der Rest der bundesrepublikanischen Bevölkerung zumindest vegetarisch wird... *seufz*
      Liebe Grüße
      Iris

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    2. Ich stand die Tage neben einer Frau, die so wie es aussah mit einer Freundin einkaufen war und sich in dem Laden nicht so auskannte. Sie brauchte Weichspüler oder Waschpulver. Die Freundin empfahl ihr ein naturfreundliches Produkt. Sie: "Was interessiert mich die Natur, Hauptsache meine Wäsche interessiert mich." Die Freundin: "Das mag wohl sein, doch es geht auch anders." Sie: "Nicht für mich."

      Hallo? Da ging es nur um Waschpulver, wo es doch nun wirklich akzeptable Alternativen gibt. Mir ist spontan nichts eingefallen, sonst hätte ich vermutlich etwas gesagt. Und wer so denkt, dem ist der Rest sowieso egal. LG Biofee

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    3. Liebe Biofee,
      ist schon krass, mit welcher Gleichgültigkeit die Menschen sich durchs Leben hangeln, da verschlägt es einem wirklich die Sprache. Kein Wunder daher, daß die Welt in dem Zustand ist, in dem sie ist...
      Liebe Grüße
      Iris

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  2. Ich kann solche Reportagen auch kaum ertragen, und ich hab mir auch nur zwei oder drei angeschaut, auf YouTube, alle an einem Abend. Danach hab ich nur noch geweint und konnte kein Fleisch mehr runterkriegen, hab es dann aber nach einiger Zeit zähneknirschend wieder gegessen, weil ich mit der veganen Ernährung (ohne Soja und Gluten) nicht zurechtkam und es mit meiner Gesundheit rapide bergab ging. :( Bin aber immer weinend einkaufen gegangen und fühlte mich psychisch sehr schlecht. Inzwischen esse ich nur noch Fisch und Meeresfrüchte und kaum noch Fleisch (also zB wird es bei meinen Eltern zu Weihnachten Wildschweinbraten geben und die Wildschweine schießt ein Bekannter im Wald, also waren die freilebend), und den werde ich essen. Aber ansonsten kein Fleisch mehr. Ich will demnächst auch mal "Eating Animals" lesen, das hab ich schon vor einer Weile gekauft, aber erstmal mußte ich mich wieder zusammenkriegen, deswegen hab ich es noch nicht gelesen.

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    1. Liebe Kath,
      bei Dir kenne ich ja die Hintergründe Deines Fleischessens, mir tut dies sehr leid für Dich, da Du ja seelisch-geistig gar nicht der Typ dafür bist. Ich wünsche Dir, daß Deine Unverträglichkeiten sich einst zum Guten verändern, und daß Du dann auch ohne Fleisch leben kannst, da Dir andere Eiweißprodkute dann keinen Schaden mehr zufügen.
      Liebe Grüße
      Iris

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  3. Hallo Iris, da ich ja im Biobereich zu tun habe, werde ich auch mit diesen Problemen konfrontiert. Schlussendlich ist es jedoch der Verbraucher, der es billig möchte. Ich selbst zahle lieber mehr oder verzichte, wenn ich mir etwas nicht finanzieren kann. Wie du weißt ist mir fleischlos bzw. tierlos auch nicht möglich, da weder Soja, Getreide noch Hülsenfrüchte bekömmlich für mich sind, doch es muss wirklich nicht soviel tierisches sein, wie der Normalverbraucher konsumiert.

    Was jedoch bei dieser Reportage völlig untergeht, ist die Tatsache, wie schlimm es erst im konventionellen Bereich zugeht. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt Menschen, die sich das anschauen und dann sagen, ach ist das schlimm, da bleibe ich lieber bei meinen konventionellen Sachen. Und es sind nicht wenige, glaube mir. Liebe Grüße Biofee

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    1. Liebe Biofee,
      diese Unverträglichkeiten gegen diverse "ganz normale" Lebensmittel sind echt ein sehr bedenkliches Zeichen der Zeit. Ich habe ja auch seit geraumer Zeit damit zu tun.

      Ja, in der Reportage wurde nur von Bio gesprochen, fand ich gut, daß Leute endlich mal wachgerüttelt wurden, die sich beim Biosiegel immer sicher waren, daß das dann wirklich was Gutes ist. Wenn Menschen nach so einem Film längerfristig gleichgültig bleiben oder noch gleichgültiger werden, ist das sehr traurig.
      Liebe Grüße
      Iris

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  4. Ich verstehe dich sooo gut.
    Derartige Reportagen bringen mich immer dazu, total nachdenklich und gleichzeitig wütend und traurig zu werden. Ich wünsche mir dann immer, dass alle Menschen diese Dokus sehen und nicht wegzappen (auch wenn das mir selbst schwer fällt). Und dass allen die eigene Mitverantwortung bewusst wird. Nicht einfach angucken, "schrecklich" sagen und morgens wieder ins Schinkenbrot beißen.

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    1. Liebe Prinzessin,
      ja, es ist unverständlich, wie die Menschen langfristig diese Bilder verdrängen können und munter weiter ins Schinkenbrot beißen. Ich denke immer, irgendwann MUSS doch bei allen der Tag kommen, wo sie Konsequenzen ziehen. Das ist aber leider Wunschdenken. Die Menschheit ist noch viel zu sehr in ihrer Dumpfheit, ihrer kleinen privaten Ego-Welt und in ihrer Bequemlichkeit gefangen.
      Ich finde diesen Spruch so gelungen (weiß nicht, von wem er ist):
      Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, solange müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      Schlimm, aber der gegenwärtige Zustand hier auf Erden.
      Liebe Grüße
      Iris

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  5. Das kann ich absolut nachvollziehen! Ich hab die Reportage mit meinen Eltern angeschaut und kann nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn ich solche Bilder sehe. Aber es ist leider das menschlichte der Welt wegzugucken und zu verdrängen. Es gibts zahlreiche Beispiele in unserer Geschichte, in denen die Gesellschaft so gehandelt hat. Man muss dranbleiben und sich diesen ganzen Dreck immer wieder geben, um eben nicht zu vergessen und dann weiterzumachen wie gewohnt. Wenn ich solche Dokus anschaue, dann überkommt mich diese unendliche Wut darüber, dass sich so viele Menschen diesem wichtigen Thema tagtäglich und wohlmöglich ihr Leben lang entziehen. Für ihr eigenes Vergnügen. Kopflose Gesellschaft... Das ist eine höchstpolitische Angelegenheit, die jeden einzelnen Menschen betrifft und zu denken geben sollte. Tierfreund oder nicht. Was in unserer verrohten Welt passiert, kann kein Mensch für gut befinden, der nicht finanziell davon profitiert. Liefen diese Bilder tagtäglich hoch und runter, würde dem Großteil der Gesellschaft mit Sicherheit der unbändige Appetit vergehen.

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    1. Liebe Saskia,
      vor und nach jeder Nachrichtensendung müßten Spots mit diesen Grausamkeiten laufen. Doch darauf können wir lange warten. Leider. :-(
      Liebe Grüße
      Iris

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Danke für Deinen Besuch bei mir! :-)